«M „»ambnreet Vcho- et» TOetnt täglich einmal, anher dein g i-Vre !^?"ÄönaIllch «•00*, DOrauüjaOWar, frei « 8 . %ax & h21 n n«i)me Fehlandstrntze Nr, u im <>-rt geschob (bi# 7 Uhr abend für bei, folgende» Tag) i den Filialen «bis fl Uhr" un in allen »nnoneenstaatesckre:äre noch eine Reihe von Anfragen unserer Genossen Robert Schmidt und Hertz über die Handhabung der Devisenverordnimg, über den Zusammenhang zwischen Stützungsaktion und Kreditgewährung, über das Ergebnis der D-ollaranleihe usw. beantwortet hatten, er - hielt Reichsbankpräsident Havenstein daS Wort, um Kuc-kunft über die Gründe des Zusammenbruches der Stüt - zungsaktion zu geben. Seine Ausführungen sollten tr "rohe Ereignis des Tages werden. Millionen Deutscher ertoartefermon dem Leiter des ZentralnoteninstitutS des Reiches gerade in bett heutigen Tagen des weiteren Zusmnmenbruchs der Mark Aufschluß und Einblick in die Währungs- und Devisenpolitik osr Reich-bank. Um so niederschmetternder war ber Eindruck für alle Zuhörer. Nichts von alledem, was die deutsche Ocffent» lichkeft erwartete, fand sich in den Ausführungen dieses verbrauchten, zittetrnden Greises, der in heutiger, fdvmieriger Zeit immer nocki an der Spitze der Reichsbank steht und dadurch den allergrößten Ein - fluß auf die Wirtschaft?- unb Finanzpolitik des Reiches ausübt. In seinem Referat fehlte jede große Idee, rein beamtenmäßig begann et feine Ausführungen mit Ruhreinmarsch und beendete sie genau mit dem 18. April, dem Tage des Zusammenbruches der Stützung» akticm. Denn in dieser Zeit begrenzt sich die.Kompetenz des Unter - suchungsausschusses. Die deutsche Oeffentlichkeit aber verlangte mehr, sie erwartete Aufschluß über die Tätigkeit der Reichsbank seither, und sie wünschte einen Ausblick in die Zukunft, den sie als Lichtblick empfinden konnte. Dafiir verwies ber ReichS- banlpräsident die Verösfentlichuiig über seinen Widerstand gegen die Stützungsaktion in das Gebiet bet Legende, suchte aber gleich - zeitig zu begründen, warum man an eine Intervention nicht schon früher Betangehen konnte. Ueber den Ausgang der Dollaranleihe gab Havenstein öffentlich ferner Enttäuschung Ausdruck. D i e Devisen, die Groß - handel und Kapitals st enpublikum gebarn ft ert hatten, seien in den Kästen geblieben, während sie bei bem vorn deutschen Volke geführten Existenzkampf in die Kampf - front gehört hätten. Am Tage, da daS schlechte Ergebnis der Dollar- anleihe besannt geworden fei, habe auch die seitdem anhaltende Dollgrsteigerung eingesetzt. Doch gibt bet Neichsbankpräsident der Ueberzeugung Ausdruck, daß es ein Unrecht fei, einzelne Jn- dusttiegruppen ober Personen die? besonders zur Last zu legen; er Babe sich nie gegen einzelne Wirtschaftssübrer ausgesprochen. Alle Kreise hätten das Bestreben gehabt, sich über ben unmittelbaren Bedarf hinan? ein zudecken, und dadurch sei die Stützungsaktton der Reichsbank jufammengcbrocben. Alle? in allem waren die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten so toi bet alle Erwartung nichtssagend, daß alle Zuhörer diese erste Sitzung des Ausschusses unter großer Enttäuschung verließen. * Vorn Sog. Parlamentsdienst erhalten wir noch folgende Drahtung: .Reichsbankdirektor Havenstein hat unsere Behauptung bementiert, nach der man sich in der Reichsbankdirektion bereits darüber besprochen hat, waswerden soll,we«nder Golb- markbestand der Reichsbank aufgebraucht ist. Unter anberrn hatten wir behauptet, daß die Reichsbank bereits er - wogen habe, den Direktoren Goldpensionen auS- zahlen zu lassen. Herr Havenstein behauptet, daß unter seiner Leitung derartige Erörterungen überhaupt nicht geführt wor- dchn seien. Demgegenüber halten mir unsere Behauptung aufrecht und ergänzen sie noch dahin, daß Herr Havenstein an der erwähnten Besprechung selbst teilgenommen hat." Wiederbeginn des Reichstages. Die nächste Plenarsitzung des Reichstage? ist nunmehr end - gültig auf Dienstag, 6. Juni, nachmittags 3 Uhr, angesetzt worden. Auf vor Tagesordnung^ stehen bisher die ersten Beratungen eines Spielkartensteuergesetzes, deS Gesetzes über di« Aus- gäbe wertbeständiger Schuldverschreibungen auf den Inhaber, einer Aenderung des Versicherungsgesetzes für Angestellte und der R e i ch s v e r f i ch e r u n g so rd n u n g und deS Gesetzes über eine vorläufige Arbeitslosenversiche - rung, sowie die Abstimmung über die Ausschiiß enttchließung zum FlüchtlingSsiedlungsgesetz. zugeben gezwungen ist, die enteignet ist und selbst nicht enteignen kann. Nach ihrem Gutdünken werden die katholischen Schulen der Umgegend in evangelische umgewandelt; sie verfügt für ihr Gebiet über ein Korps von bewaffneten Schitt4euten,^ das dem spanischen Militäraufgebot an Stärke überlegen ist. Außerhalb der Grenzen des Mincnreviers, dort, wo sie ihnen am besten dienen und nützen, wo sie die Straflosigkeit ihrer gewagten Machenschaften gewähr- leisten, werden die berühmtesten Advokaten auf das glänzendste von ihnen unterhalten. Und sie begnügen sich nicht mehr mit der Macht, die sie an den Ufern des Saquia auSüben; sie strecken die Hand nach der offenen Küste aus und erwerben ein Achtel der Provinz Huelva und ein Stück der Provinz Sevilla; so gehören ihnen schon für alle Zeiten die Bückt der spanischen Südküste am Atlantischen Ozean und der der Flußmündung benachbarte Golf, der berufen ist, einer der ersten Häfen ber Welt zu werden ... Die singenden Wasser des Giriern, de? sonnigsten Flusses Spaniens, münden heute im eigenen Lande auf fremdem Grund und Boden ins Meer, und Anda - lusiens leuchtend reiner Strand gehört siebzig Meilen im Umkreise diesen geldgierigen, finsterblickenden Menschen, diesen Kaltblütern, dieser traurigen nordischen Rasse, die sich — dürstend nach Lickt — am Ufer des Ozeans ein günstig gelegene?, sonniges Gebiet durch straflose Invasion zu eigen zu macken sucht, über dem sie ihr Banner aufrickten kann. Und sie läßt es im Winde flattern über den klaren, lackenden Wellen, — unten über den Dünen der Küste, oben über der durchwühlten Erde, den unterjochten Ortschaften, den zer- fleischten Gipfel«. . „ES scheint unglaublich!" murmelte Jose Luis. Rosario nimmt stumm und erstaunt aber mit lebhaftem Inter - esse die Enthüllungen de? Ankläger? entgegen, ber in seiner langen Klage in warmem, bisweilen etwas in? Lprische fallendem und an eine Propagandarebe gemahnendem Ton, aber voll •nncrlttfntcr Auf - richtigkeit fortfährt. Ost bleiben seine Augen an denen des Mäd - chen? haften, al? wiesen ihm diese einen verborgenen Weg; dann zögert er einen Augenblick, um hernach feine Gedanken mit ge - steigerter Leidenschaft zusaminenzufassen. Er weiß eS auswendig unb kann eS mit Zahlen belegen, daß bie Gesellschaft vor einem halben Jahrhundert bie Bergwerke unb Ueber tagbauten am Saquia für 92 Millionen Pesetas bauernb er - worben hat, unb daß der wahre Wert de? Objektes — wenn man nur die Ausbeute in Betracht zieht — sich auf 302 Millionen be ¬ läuft, abgesehen von bem Landbesitz, ber schon in viele, ber Gesell- schuft steuerpflichtige Orffchaften umgcwandelt worden ist. Mit tiefer Erbitterung häuft« sich die Zahlen auf ben Lippen be? jungen Mannes. Er erzählt, daß bie bei der Gründung zu 125 Peset«? auf-gegebenen Aktien heute auf 2000 stehen; er nennt bie unermeßlichen Besitzungen, aus denen sich das fremde Gebiet im Schoße Spaniens zusammensetzt, unb bestätigt, baß sic alle die so notwenbigen und allgemein verbreiteten öffentliche« Einrichtungen wie Telegraph unb Telephon. Bildungszentren, öffentliche Gesund - heitspflege, elektrisches Licht, Chaussee« und Eisenbahnen entbehre«. Die einzigen vorhandene« zivilisatorischen unb kulturellen Anlagen bienen wer ausschließlich dem Unternehme«, das sie monopolisiert . und auSbcutct, unb das neuzeitliche Lickt, da? schon alle zivilisierten Orte der Welt erhellt, leuchtet fiter nur für die Eindringlinge, fern von dem Gesindel der Eingeborenen in Wohnungen unb Gärten eingefangen. Zu Füße« solcher Brotherren liege der Arbeiter und opfere jede Minute seines Lebens, um als Lohn den siebenten Teil de? Reichtums zu erhalten, den er schasse ... .. „Aber alles da? muß einmal in deutlicher Weise vor die Oeste«.. lichkeit kommenI" rief Rosario aus, ihrem Bruder das liebliche, dunkle Gesicht voller Empörung zuwendcnd. „Ja!" murmelte der Jüngling in reiner Teilnahme, und feine burdfibringenben goldfarbenen Augen gaben feinen unausgesprochenen Gedanken flammenden Ausdruck. Echea fühlt sich befreit und glücklich bei diesen intelligenten und feinftibligen jungen Leuten, die sich ihm mit der selbstlosesten Groß - mut als Verbündete antragen. Er ist überzeugt, ihnen beim durch - dringenden Lickt de? Geistes bis in? Herz gesehen zu Baben,, unb er segnet die Unterstützung so auserlesener Seelen im Kampf für ba? höbe Ideal, da? fein Leben bedeutet: er fiat sich einer men,ch- lichen und gerechten Lehre geweiht unb vergißt die ernsten Drangsale, btc er um sie leibet; unter dem belebenden Einfluß des unvermuteten Bündnisses gibt er sich frohen Hoffnungen hin. Sie haben ihn zum Abendessen eingeladen. Die Speisen, die dem Geschmack dieses verschämte« Slrntcn erlesen erscheinen, berührt er säum, und mit natürlichem Zartgefühl läßt er bie Gerichte vor - übergehen und kostet nur ein wenig von jedem, ohne ihnen besondere Aufmerksamkeit zu schenke«. E? ist weder s -r Politiker «och ber Mensch, der sich fiter in der gemütlichen Ecke des Hotelzimmers, an dem einfachen Tisch zu er ¬ kennen gibt; es ist der Apostel, der, von Umgebung und Umständen unbecinflußt, den Eingeweihten mit seltsamen Worten die Geheim - nisse der einigen Verschwörung entdeckt, die sich — je nack bcn Lagern der Gesellschaft verschieden — stets erneuert; er öffnet ihnen in vollem Vertrauen sein Herz unb führt sie in die Tiefen seiner ehrgeizigen Pläne ein. Am »cklussc des bescheidenen Mahle? habe« die drei einen festen, trotzige« Bund geschlossen; zwar ohne Reden und Trink sprüche, aber beglaubigt mit bem unlösbaren Siegel treuer Blicke unb ernsten, stummen Lächelns, aus denen ber heilige Wille zu freiwilligem Leiben sprach. (Fortsetzung folgt) Kunst, Wissenschaft mufc Drei Abende der Tanzbüfine v»n Laban im Conventgarten. Kammertänz e am 14. S>iai. Die Mehrzahl biefer Tänze würben schon gesehen unb gewürdigt. Manche sind umbenannt unb auSgcftaltet. „schattenwege" zum Beispiel zu ihrem Vorteil. Aus beii Darbietungen biefer tänzerischen Kleinkunst sticht der „Bizarre Zweitanz" unb die „Choreographische Studie" hervor. Die „Magharischen Klänge" arg verfehlt. (Auch fiter kann so etwas passieren.) Dussia Beresca fiat über -llen diesen eine stille und sorgsame Hand. „L i ch t to e n b e", eine Frühfommerfeier, am 24. Mai. Die» war ein großes Fest. Oben bie Reigen der Hamburger Be- wegungschöre der Labanschule, unten viele Angehörige, Bekannte, eben Dazugehörige. Saban versuchte die Festgestaltung, von der er in feinen Vorträgen gesprochen. Mario Volcards Kom - position unb Führung der Reigen ein meisterlicher Befähigungs - nachweis. Die Gruppen selbst m den Ballungen am stärksten, den Flainmenbewegungen der Füße und Hände und m dem über - raschend wirkenden originellen Geräuschkonzert. In der Er - findung prachtvoll, in der Ausführung fast durchweg tänzerisch reif, im Gesamteindruck bie mannigfachsten Hoffnungen weckend. Wundervoll der Anfang des zweiten Reigens und die Männcr- gruppe im letzten Bild. Werben wir bas alles noch einmal als gewohnte» Volksfest unter freiem Himmel erleben?