A. Kamphausen / Organisation der Musenmsarbeit 201 bu't asm Dackhus. Dar is'n Doer an mit'n Fetter. Achter de Doer is de Jud. Mitstr Biel ward smeten. Wenn een dat Zentrum von de Doer dröppt, flügt de Doer apen, un de Jud kunnnt rut. De am meisten dat Zentrum dröppt, hett wnnn." (Arbeiter, geb. 1841 in Bnsum-Deichhusen.) /l. Ramphausen / Organisation -er Museumsarbeit. Von der Tagung der „Arbeitsgemeinschaft der Heimatmuseen in Schles - wig-Holstein und im Kreise Herzogtum Lauenburg" am 14. Mai 1933 in Kiel. Die diesjährige Frühjahrstagnng der Arbeitsgemeinschaft der Hei - matmuseen in Schleswig-Holstein und im Kreise Herzogtum Lanenburg stand unter einem besonderen Zeichen. Es hatte sich in letzter Zeit als wünschenswert hcrausgestellt, dass der lockere Verband als geschlossene Körperschaft stärker in Erscheinung trete und daß er ferner beschluß - fähiger würde. Schließlich war es auch zum Zwecke des Beitritts zum „Ring der deutschen Heimatmuseen" notwendig, daß sich die Arbeits - gemeinschaft Satzungen gab. Neben der Satzungsberatung und Satzungs- annahmc aber stand als das größere der tatsächliche Beginn innerer Organisation durch einen von gewählten Vertrauensleuten ausgestellten Plan, in dein für jedes Museum eine bestimmte Sammel- und Arbeits - aufgabe, teils als regionales, teils als dingliches Thema festgelegt ist. Schließlich nahm die Arbeitsgemeinschaft noch Programmatische Ausfüh - rungen von seiten der Zentralinstitute (des „Museums vorgeschichtlicher Altertümer" und der „Historischen Landeshalle") in bezug ans deren Stellung zu den Heimatmuseen entgegen. Die Tagung wurde mit einer Rede des Unterzeichneten eingeleitet, in der dieser die Notwendigkeit strafferer Organisation ausführte. Noch vor wenigen Jahren wäre ein Versuch, jedem Museum eine Gebiets- bestimmnng zu geben und es so in einen Übergebanten Mnseumsgedanken einzufügen, in dem jedes Institut ein notwendiges Glied mit bestimmter eigentümlicher Funktion ist, unmöglich gewesen. Bei der großen geistigen Wende unserer Tage kann aber man dem Streben, allen Liberalismus in der Musenmsarbeit durch eine große Planarbeit zu ersetzen, Erfolg znsichern. Auch hat sich der Mnsenmsgedanke gewandelt, eilt Hilfsmittel besserer Versinnlichung des Themas erscheint oft wichtiger als ein Originalstück, das manchmal nur das Inventar um eine Nummer vermehrt. Der Museumsleiter soll heute Pädagoge, nicht Händler sein, er dient ferner dem Leben, nicht der Vergangenheit. Er hat Werte, die durch Nivel - lierung einer oberflächlichen Zeit gesunken sind, soweit sie noch lehens - fähig erscheinen, zu heben und zu stärken, er hat geistige Situationen klären zu helfen, er hat den neuen Gemeinschaftswillen vom Heimat - bewußtsein her.zu unterbauen. Das Museum ist nur Kraftzellc und Ausgangspunkt der Arbeit. Da ist Gebietsheschränkung schon im Inter - esse der Tiefenwirkung für jeden Einzelnen von Wert. Gegeneinander - arbeiten ist Vergeudung von Volksvermögen, der Museumsleiter als Treuhänder der Öffentlichkeit hat aber die selbstverständliche Pflicht, die ihm gegebenen Mittel zu größtem Allgemeinnutzen zu verwenden, was nur in einem übergebauten Plan und Lei klarem Wissen um die eigenen Aufgaben und Ziele möglich ist. Diese Verpflichtung Schleswig-Holstein- Lanenburg gegenüber erweitert sich aber zu einer Verpflichtung Deutsch - land als Ganzem gegenüber. Schleswig-Holstein ist aus seiner Stellung eines abgelegenen Grenzgebietes herausgetreten, es gewinnt seit einem Jahrhundert und mehr schon ständig größere Bedeutung für das deutsche Geistesleben. Es ist die Wendung zum Norden, die als Zeitumbruch durchklingt. Die Sehnsucht zum Norden ist der Hintergrund aller gegen - wärtigen rassentheoretischen Erörterungen, der Wille zum Norden lebt in